Herbstmusik am Piano: Ed Harcourt bleibt unberechenbar

10.01.2019

Berlin (dpa) - Seine Soloalben als Singer-Songwriter brachten Ed Harcourt bisher (unverdientermaßen) nicht den großen Durchbruch. Für den Briten kein Grund, sein Schicksal zu bedauern oder sich gar anzubiedern - er bleibt kreativ, mutig und unberechenbar.

Auf «Beyond The End» (Point Of Departure/Pias/Rough Trade) tritt der bekanntlich auch mit einer tollen Stimme gesegnete Sänger nun als Pianist in einem erstmals rein instrumentalen Ambiente auf. Zwölf nachdenkliche, spätherbstliche, zwischen zarter Popmelodik und Neoklassik angesiedelte Stücke enthält das rund 40-minütige Album.

Angesagte Zeitgenossen wie Nils Frahm und Max Richter, aber auch Komponisten wie Eric Satie oder Claude Debussy sind Referenzpunkte dieser hauchfeinen Kammermusik. Neben dem 41-jährigen Harcourt (Klavier) sind seine Ehefrau Gita (Violine) und Schwägerin Amy Langley (Cello) zu hören - eine bestens eingespielte Konstellation, die den Tracks sehr zugute kommt.

Manchmal etwas opulenter, teilweise aber auch sehr reduziert und minimalistisch schweben die melancholischen Klänge vorbei. Man kann diese Platte also sehr angenehm im Hintergrund laufen lassen, sie lohnt aber mit ihrer subtilen Detailfreude auch konzentriertes Zuhören.

«Here Be Monsters» (2001) hieß vor nun auch schon knapp 20 Jahren das grandiose Debüt des hochtalentierten Musikers aus Wimbledon bei London, es wurde seinerzeit für den renommierten Mercury Prize nominiert. Doch immer wenn man dachte, dass Harcourt nun endlich ein bekannter Name werden müsse - zuletzt mit den starken Alben «Back Into The Woods» (2013) und «Furnaces» (2016) -, ging es anders aus.

Als «Musician's Musician», profilierter Songschreiber für andere und Bandbegleiter von Marianne Faithfull kann er von seiner Kunst aber wohl gut leben. Das Ende 2018 erschienene Album «Beyond The End» wird am Geheimtipp- und Kritikerliebling-Status von Ed Harcourt nun wohl nichts ändern, ordnet sich aber schön in ein ambitioniertes Gesamtwerk ein.

Website Ed Harcourt

 

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